IVF (In-vitro-Fertilisation)

Die In-vitro-Fertilisation (IVF) ist eine Methode der künstlichen Befruchtung, bei der Eizellen außerhalb des Körpers mit Spermien zusammengebracht werden. Sie kann Paaren helfen, deren Kinderwunsch bislang unerfüllt geblieben ist, und ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen auch lesbischen Paaren oder Single Moms, schwanger zu werden.

IVF kurz erklärt

  • Bei der IVF werden Eizellen und Spermien in einem Kulturschälchen zusammengebracht. Da die Spermien die Eizellen selbständig erreichen und befruchten, ist die IVF die natürlichste Form der Befruchtung außerhalb des Körpers.
  • Eine IVF-Behandlung umfasst mehrere Schritte: hormonelle Stimulation, Eizellentnahme, Befruchtung, Embryokultur und Embryotransfer.
  • Die Erfolgschancen hängen von verschiedenen individuellen Faktoren ab, insbesondere vom Alter und der Qualität der Eizellen.

Für wen ist die IVF angezeigt?

Die IVF wird eingesetzt, wenn eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg trotz regelmäßiger Zyklen und guter hormoneller Voraussetzungen nicht eintritt oder wenn eine andere Ursache bekannt ist, die eine Befruchtung im Körper erschwert. Typische Gründe können verschlossene oder geschädigte Eileiter, Endometriose, eine eingeschränkte Spermienqualität oder eine länger bestehende unerklärte Infertilität sein.

Auch bei lesbischen Paaren und Single Moms ist die IVF eine Option, wenn mit Spendersamen gearbeitet wird und eine Befruchtung außerhalb des Körpers sinnvoll erscheint. Ob die IVF in Ihrer Situation die richtige Methode ist, klären wir gemeinsam in Rahmen eines persönlichen Erstgesprächs und umfassender Diagnostik.

Ihre Erfolgschancen bei der IVF

Jede Behandlung in einem unserer Kinderwunschzentren beginnt mit einem ausführlichen Gespräch. Dabei nehmen wir uns Zeit, Ihre bisherige medizinische Geschichte und Ihre Befunde umfassend zu beurteilen. Gemeinsam besprechen wir, welche Untersuchungen vorab sinnvoll sind, wie Ihr individueller Behandlungsplan aussehen kann und welche Erfolgschancen sich daraus ergeben.

Laut dem Deutschen IVF-Register (DIR) liegt die durchschnittliche Schwangerschaftsrate pro Embryotransfer bei etwa 30–35 %. Die zu erwartende Erfolgswahrscheinlichkeit hängt jedoch von vielen Faktoren ab, insbesondere vom Alter und der Eizellqualität.

Wir legen Wert auf eine transparente Erklärung der medizinischen Zusammenhänge, damit Sie verstehen, welche Schritte in Ihrer Situation sinnvoll sind und warum. Dabei bleibt genügend Raum für Ihre Fragen, auch zu möglichen Alternativen oder Zusatzmethoden.

IVF Schritt für Schritt erklärt

  1. Hormonelle Stimulation

    Zu Beginn regen wir die Eierstöcke mit Hormonen an, damit mehrere Eibläschen gleichzeitig heranreifen. Dafür setzen wir Medikamente mit dem follikelstimulierenden Hormon (FSH) ein. Die Anwendungsdauer beträgt etwa 2 Wochen ab Blutungsbeginn.

    Während dieser Zeit kontrollieren wir die Entwicklung regelmäßig per Ultraschall und, falls nötig, durch Blutuntersuchungen. So steuern wir die Behandlung individuell und fördern eine ausgewogene Reifung der Eizellen.

  2. Follikelpunktion und Eizellentnahme

    Wenn die Eibläschen ausreichend gereift sind, entnehmen wir die Eizellen unter Ultraschallkontrolle. Dabei punktieren wir die Eibläschen in den Eierstöcken, um die Eizellen zu gewinnen. Der Eingriff dauert etwa 20 Minuten und erfolgt in leichter Narkose. Anschließend erholen Sie sich im Aufwachbereich und gehen meist am selben Tag nach Hause. Parallel dazu erfolgt die Gewinnung der Samenzellen, die im Labor aufbereitet werden.

  3. Befruchtung der Eizellen

    Einige Stunden nach der Entnahme bringen wir die Eizellen in einem Kulturschälchen mit den aufbereiteten Spermien zusammen. Voraussetzung sind reife Eizellen und ausreichend bewegliche Spermien. Die Befruchtung erfolgt selbstständig: Die Spermien finden den Weg zur Eizelle und dringen eigenständig ein. In seltenen Fällen bleibt eine Befruchtung aus; dann besprechen wir gemeinsam das weitere Vorgehen.

  4. Embryokultur

    Nach der Befruchtung beobachten wir die Entwicklung der Embryonen einige Tage im Brutschrank. Wir achten auf stabile, schonende Bedingungen. Ziel ist, einen Embryo auszuwählen, der sich besonders gut entwickelt und die besten Voraussetzungen für eine Schwangerschaft mitbringt.

  5. Embryotransfer

    Nach zwei bis fünf Tagen übertragen wir einen Embryo in die Gebärmutter – ein kurzer, meist schmerzfreier Vorgang. Danach können Sie Ihren Alltag weitgehend normal fortsetzen. Etwa zwei Wochen später führen wir den Schwangerschaftstest durch.

  1. IVF oder ICSI – worin liegt der Unterschied?

    Sowohl die IVF als auch die ICSI sind Verfahren der künstlichen Befruchtung, die sich in einem Punkt unterscheiden: Bei der IVF werden die Eizellen und Spermien zusammengebracht, die Befruchtung geschieht allerdings selbstständig, denn das Spermium dringt von allein in die Eizelle ein.

     

    Bei der ICSI wird eine einzelne Samenzelle mit einer feinen Pipette direkt in die Eizelle eingebracht. Eine ICSI ist in erster Linie bei Einschränkungen der Spermienqualität notwendig. Welche Methode in Ihrem Fall die größere Erfolgschance bietet, besprechen wir individuell im Rahmen Ihres Behandlungsplans.

Häufige Fragen zur IVF

  1. Im Durchschnitt liegt die Schwangerschaftsrate pro Embryotransfer bei etwa 30–35 %. Die individuelle Wahrscheinlichkeit kann je nach Alter und Befund abweichen.

  2. Die meisten Schritte sind gut verträglich. Die Hormonbehandlung kann zu leichten Nebenwirkungen führen, und die Punktion erfolgt unter kurzer Narkose.

  3. In der Regel wird ein Embryo transferiert, um Mehrlingsschwangerschaften zu vermeiden. Diese Entscheidung wird individuell im Gespräch getroffen.

  4. In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass keine Eizelle befruchtet wird. In diesen Situationen wird das Vorgehen im nächsten Zyklus angepasst.

  5. Ja, meist ist dies problemlos möglich. Lediglich am Tag der Punktion sollten Sie sich ausruhen.

  6. Überzählige befruchtete Eizellen können eingefroren und zu einem späteren Zeitpunkt verwendet werden (Kryokonservierung).