

Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS): Mehr als nur ein Kinderwunschproblem
Behandlungsmöglichkeiten bei PCOS
Da auch Schwangerschaftskomplikationen häufiger auftreten, empfehlen wir den Patienten auf einen gesunden Lebensstil zu achten. Wichtig ist eine ausreichende körperliche Bewegung und eine ausgewogene, kalorienreduzierte Ernährung. Dabei sollte die Hilfe einer professionellen Ernährungsberatung genutzt werden. Zusätzlich können Präparate, die einen günstigen Einfluss auf den Insulin- und Glukosestoffwechsel haben, eingesetzt werden. Dazu gehören unter anderem Metformin oder Myo-Inositol.
Steht die Verbesserung der Eisprungsituation bei bestehendem Kinderwunsch im Vordergrund, ist eine hormonelle Stimulation sinnvoll. Durch eine 5-tägige Tablettenbehandlung mit dem Aromatasehemmer Letrozol oder dem Östrogenrezeptormodulator Clomifen kann die Follikelreifung und der Eisprung unterstützt werden.
Bleibt der gewünschte Erfolg aus, besteht die Möglichkeit den Eierstock direkt mit dem follikelstimulierenden Hormon (FSH) anzuregen. Durch eine tägliche FSH-Injektion in das Gewebe direkt unter der Haut wächst das Eibläschen bis zum Erreichen eines Durchmessers von etwa 2 cm. Dann wird der Eisprung mit einem besonderen Präparat (HCG) ausgelöst. Die Follikelentwicklung wird während der hormonellen Stimulation durch den vaginalen Ultraschall kontrolliert und beobachtet.
Das Ziel der hormonellen Stimulation ist die Entwicklung eines Eibläschens, da sonst das Risiko der Entstehung einer Mehrlingsschwangerschaft besteht. Wachsen > 3 sprungreife Follikel, muss die Behandlung wegen des Risikos einer höhergradigen Mehrlingsschwangerschaft abgebrochen werden.
Versagen alle medikamentösen und hormonellen Behandlungen kann in seltenen Fällen eine operative Bauchspiegelung (Laparoskopie) helfen. Dabei werden überschüssige Follikel in den Eierstöcken zerstört. In der Folge des Eingriffes kann sich die hormonelle Situation im Eierstock verbessern und eine spontan Follikelreifung in Gang kommen.
Wenn keine Behandlung zum Schwangerschaftserfolg führt, kann die In-vitro-Fertilisation eingesetzt werden. PCOS-Patientinnen neigen durch die große Follikelzahl bei der IVF zu Überstimulierungen, die besonders beobachtet und behandelt werden müssen. Eine Überstimulierung kann vermieden werden, wenn alle vorbefruchteten Eizellen eingefroren werden (Freeze all).


