
Präimplantationsdiagnostik (PID)
Für manche Patientinnen und Patienten ist der unerfüllte Kinderwunsch mit einer bekannten medizinischen Vorgeschichte verbunden. Wenn schwere genetische Erkrankungen in der Familie vorliegen oder ein hohes Risiko für wiederholte Fehlgeburten besteht, stellen sich sehr konkrete medizinische Fragen.
In solchen Fällen kann die Präimplantationsdiagnostik (PID) in Betracht gezogen werden. Sie ist ein spezielles Verfahren im Rahmen einer IVF/ICSI-Behandlung. Dabei werden wenige Zellen eines Embryos untersucht, bevor dieser in die Gebärmutter eingesetzt wird. Ziel ist es, bestimmte schwere genetische Veränderungen zu erkennen, die mit einem hohen Risiko für schwere Erkrankungen oder Fehlgeburten verbunden sind.
In Deutschland ist die PID nur unter strengen gesetzlichen Vorgaben erlaubt. Sie ist keine Routineuntersuchung, sondern wird ausschließlich in klar definierten Ausnahmefällen angewendet. Vor jeder PID steht deshalb eine ausführliche medizinische Beratung sowie die Entscheidung einer unabhängigen Ethikkommission.
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Welche Möglichkeiten eröffnet eine PID?
Die PID selbst hat keinen Einfluss auf die Zahl der entstehenden Embryonen, kann aber dazu beitragen, Embryonen mit ungünstigen genetischen Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Das kann folgende Effekte haben:
- Bessere Einschätzung der Embryonenqualität,
- Verminderung des Risikos, einen Embryo mit bekannter schwerer genetischer Erkrankung zu transferieren,
- Verringerung der Fehlgeburtsrate, weil Embryonen mit bestimmten Chromosomenstörungen nicht transferiert werden.
Gleichzeitig ist wichtig zu wissen:
- Auch nach einer PID kann das Eintreten einer Schwangerschaft nicht garantiert oder eine Fehlgeburt aufgrund anderer Ursache nicht ausgeschlossen werden,
- Nicht jede genetische Veränderung lässt sich nachweisen. Die Methode hat Grenzen, über die wir Sie transparent informieren,
- Ihre Chancen auf eine Schwangerschaft entsprechen der einer IVF/ICSI und sind abhängig von Alter, Eizell- und Spermienqualität, sowie der zugrunde liegenden genetischen Fragestellung ab.
In einem persönlichen Beratungsgespräch besprechen wir mit Ihnen, welche Erwartungen an das Verfahren medizinisch vertretbar sind.
Häufige Fragen zur PID
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Ja, allerdings nur in eng begrenzten Ausnahmefällen und unter strengen Auflagen. Jede PID muss durch eine Ethikkommission genehmigt werden. Eine Anwendung “auf Wunsch” ohne medizinische Indikation ist in Deutschland nicht erlaubt.
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Die Biopsie wird von sehr erfahrenen Embryolog:innen mit etablierten, standardisierten Methoden durchgeführt. Nach aktuellem Wissensstand ist das Risiko für den Embryo gering, es lässt sich jedoch nicht vollständig ausschließen. Darüber sprechen wir mit Ihnen offen im Aufklärungsgespräch.
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Nein. Die PID untersucht ausschließlich die zuvor definierte genetische Fragestellung (z. B. eine bestimmte Mutation oder Chromosomenveränderung). Andere Veränderungen können bestehen, ohne erkannt zu werden. Eine PID ersetzt deshalb keine reguläre Schwangerschaftsvorsorge.
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Die Befunde liegen nach wenigen Wochen vor. Während dieser Zeit sind die Embryonen kryokonserviert, sodass der Embryotransfer in einem späteren Zyklus erfolgen kann. Den zeitlichen Ablauf planen wir individuell mit Ihnen.
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Die Kosten für eine PID werden in den meisten Fällen nicht von den Krankenkassen übernommen und müssen von dem Paar selbst getragen werden.
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Die Entscheidung für oder gegen eine PID kann emotional sehr belastend sein. Auf Wunsch beziehen wir psychologische Beratung mit ein und begleiten Sie dabei, einen Weg zu finden, der medizinisch sinnvoll und emotional tragbar ist.



